Die Stilarten sind in aufsteigender Reihenfolge numeriert. Jeder Bogen definiert sich durch alle seine Eigenschaften. Passt eine oder mehrere Eigenschaften nicht in den angestrebten Stil, ist der Bogen der nächst höheren Stilart zuzuschreiben. Auch dort findet eine erneute, vollständige Prüfung statt. Der korrekte Stil ist gefunden, wenn alle Eigenschaften passen.

Bei allen Stilarten Erlaubt:

Sehne:

  • Die Sehne darf aus beliebigem Material bestehen
  • Nur ein (1) fester Nockpunkt, durch ein oder zwei Klemmringe (o. ä.) begrenzt.

Pfeile:

  • Nur Bullet- und Feldspitzen sind erlaubt.
  • Jedes Spitzengewicht ist erlaubt.
  • Nocks dürfen aus jedem beliebigem Material sein.
  • Sie müssen ungeachtet der Farbe, dieselbe Länge, gleiche Befiederung und gleiche Spitzen aufweisen.

Bei allen Stilarten Verboten:

  • Alle Bögen müssen am Mittelteil, den Wurfarmen und der Sehne frei von Markierungen sein, die als Visierhilfen dienen können. Von dieser Regel ausgenommen ist die natürliche Maserung des Holzes.
  • „Face-“ und „Stringwalking“
  • Auszugshilfen sind nicht erlaubt, dazu gehören auch Markierungen und Bemalungen an den Pfeilen, die sich im vorderen Drittel des Schaftes befinden.
  • Auslösehilfen sind nicht zulässig.
  • Die Verwendung von Nivelliergeräten ist nicht zulässig.
  • Entfernungsmesser, Ferngläser und sonstige Zielhilfen und deren schriftliche Aufzeichnungen, sind nicht zulässig.
  • Das Zuggewicht darf während des Wettkampfes nicht verändert werden.

Aufsteigende Liste der Stilarten:

  1. Selfbow (SB)
  2. Primitive Bow (PB)
  3. Langbogen (LB)
  4. Langbogen modern (LBm)
  5. Reflexbogen (Reiterbogen) (RB)
  6. Reflexbogen (Reiterbogen) modern (RBm)
  7. Traditioneller Recurvebogen (TRB)
  8. Bowhunter Recurve (BHR)
  9. Bei den traditionellen Bögen nicht erlaubt.

Self-bow (SB)

Ein Selfbow ist ein Bogen aus einem gewachsenen Stück Holz.

Erlaubt ist:

  • Das Spleisen zweier Teile im Griff (Ausnahme)
  • Ledergriffe und das Umwickeln des Griffs sind erlaubt, solange sie nicht als Pfeilauflage genutzt werden können.
  • Nocken aus Horn oder anderen natürlichen Materialien an den Enden
  • Im Griff aufgesetzes Holz oder andere natürliche Materialien.

Verboten ist:

  • Ein Bogenfenster
  • Eine Pfeilauflage.
  • Verstärkung aus Sehnen (auch Backing)
  • Ein Absatz oder eine Kante größer als 3 mm an einer Stelle des Griffs oder innerhalb von 5 cm darüber. Dies könnte als Pfeilauflage genutzt werden. Messung: Mittels einer Schieblehre.
  • Laminat. Messung: Die Sicht auf das Holz darf durch Farbe nicht beeinträchtigt sein.
  • Ein Bogenköcher

Pfeile:

  • Aus Holz oder Bambus mit natürlichen Federn.

Schießstil:

  • Geschossen wird ausschließlich über den Handrücken in mediterranem Stil.

Primitive Bow (PB)

Lang-, Recurve- oder Flachbogen aus Holz oder anderen natürlichen Materialien ohne synthetische Fasern.

Erlaubt:

  • Natürliches Material wie Horn oder Sehne
  • Laminat aus natürlichen Materialien
  • Griff und Tips dürfen mit natürlichen Materialien verstärkt werden.

Verboten:

  • Pfeilauflage
  • Bogenfenster
  • Bogenköcher

Schießstil:

  • Geschossen wird ausschließlich über den Handrücken in mediterranem Stil.

Pfeile:

  • Aus Holz oder Bambus mit natürlichen Federn.

Langbogen (LB)

Ein Bogen aus einem oder mehreren Teilen und aus beliebigem Material. Im aufgespannten Zustand darf die Sehne nicht am Wurfarm aufliegen.

Erlaubt:

  • Ein Pfeilbett
  • Ein Bogenköcher

Verboten:

  • Ein Pfeilbett, das über die Mitte des Bogens hinausragt.
  • Das Pfeilbett darf nicht parallel zu Bogenlängsachse verlaufen.
  • Der Bogenköcher darf durch das Bogenfenster nicht sichtbar sein.

Schießstil:

  • Nur mit mediteranem Ablass
  • Bei Verwendung eines Bogenköchers müssen die Wertungspfeile daraus entnommen werden.

Pfeile:

  • Holz oder Bambus
  • Nur Naturfedern

Langbogen modern (LB-M)

Wie LB nur alle Pfeilmaterialien erlaubt:

Ein Bogen aus einem oder mehreren Teilen und aus beliebigem Material. Im aufgespannten Zustand darf die Sehne nicht am Wurfarm aufliegen.

Erlaubt:

  • Ein Pfeilbett
  • Ein Bogenköcher

Verboten:

  • Ein Pfeilbett, das über die Mitte des Bogens hinausragt.
  • Das Pfeilbett darf nicht parallel zu Bogenlängsachse verlaufen.
  • Der Bogenköcher darf durch das Bogenfenster nicht sichtbar sein.

Schießstil:

  • Nur mit mediteranem Ablass
  • Bei Verwendung eines Bogenköchers müssen die Wertungspfeile daraus entnommen werden.

Pfeile:

  • Holz oder Bambus
  • Nur Naturfedern

Reflexbogen (Reiterbogen) (RB)

Ein ausschließlich aus Holz und/oder Naturmaterial (Horn, Tiersehnen usw.) bestehender Recurve Bogen ohne Kunststofffaserverstärkung.

Verboten:

  • Bogenfenster
  • Pfeilauflage

Schießstil:

  • Nur mit mediteranem Ablass.oder Daumentechnik erlaubt
  • Der Pfeil darf nur über den Handrücken geschossen werden.

Pfeile:

  • Aus Holz oder Bambus
  • nur Naturfedern

Reflexbogen (Reiterbogen) Modern (RBm)

Wie Reiterbogen (RB), nur mehr Materialien für Bogen und jedes Material für Pfeile sind erlaubt:

Ein ausschließlich aus Holz und/oder Naturmaterial (Horn, Tiersehnen usw.) bestehender Recurve Bogen mit und ohne Kunststofffaserverstärkung.

Verboten:

  • Bogenfenster
  • Pfeilauflage

Schießstil:

  • Nur mit mediterranem Ablass oder Daumentechnik erlaubt
  • Der Pfeil darf nur über den Handrücken geschossen werden.

Pfeile:

  • Alle Materialien
  • nur Naturfedern

Traditioneller Recurvebogen (TRB)

Aus Holz bestehender Recurvebogen

Erlaubt:

  • Der Bogen kann ein- oder mehrteilig (Take down) sein.
  • Bei einem „Take down“ müssen die Wurfarme, insbesondere die Wurfarmkerne, ebenfalls aus Holz sein.
  • Beschichtungen oder Schichteinlagen aus Faserverbundwerkstoffen wie Glas- und/oder Carbonfasern sind erlaubt.
  • Ein Bogenfenster, welches über die Mitte des Bogens hinaus reicht.
  • Ein Bogenfenster, das parallel zur Bogenlängsachse geschnitten ist.
  • Ein Pfeilbett
  • Ein Bogenköcher, auf der dem Fenster gegenüberliegenden Seite.

Verboten:

  • Zusätzliche Pfeilauflage
  • Ein Stabilisator
  • Ein Zusatzgewicht
  • Der Bogenköcher darf nicht durch das Fenster sichtbar sein.

Pfeile:

  • Jedes Material ist erlaubt
  • Nur Naturfedern sind erlaubt

Schießstil:

  • Der Bogen ist mit mediterranem Ablass oder Untergriff zu schießen. Die gewählte Fingerposition darf während des Wettbewerbs nicht verändert werden.
  • Bei Verwendung eines Bogenköchers müssen die Wertungspfeile aus dem Bogenköcher benutzt werden.

Bowhunter Recurve (BHR)

Ein aus beliebigem Material bestehender Recurvebogen.

Erlaubt:

  • Der Bogen kann ein- oder mehrteilig (Take down) sein.
  • Ein Bogenfenster, welches über die Mitte des Bogens hinaus reicht.
  • Eine Pfeilauflage
  • Ein Bogenköcher, auf der dem Fenster gegenüberliegenden Seite..
  • Das Bogenfenster darf parallel zur Bogenlängsachse geschnitten sein.
  • Ein gerader Stabilisator ggf. mit Koppelungsvorrichtung und einer Länge von höchstens 30,5 cm gemessen von der Vorderkante des Bogenmittelteils.
  • Der Gewindeeinsatz, der aus dem Bogenmittelteil herausragt, ist Teil des Stabilisators und wird mitgerechnet.

Verboten:

  • Gegabelte Stabilisatoren
  • Gegengewichte
  • Das Bogenzuggewicht darf während der Runde nicht geändert werden.

Pfeile:

  • Jedes Material ist erlaubt

Schießstil:

  • Der Bogen ist mit mediterranem Ablass oder Untergriff zu schießen. Die gewählte Fingerposition darf während des Wettbewerbs nicht verändert werden.
  • Bei Verwendung eines Bogenköchers müssen die Wertungspfeile aus dem Bogenköcher benutzt werden.